Ploß in Asch
Ploß-Familien im Ascher Bezirk im Jahr 1740
Ploß-Familien im Ascher Bezirk im Jahr 1786
Ploß im “Ascher Ländchen” im Jahr 1941
Ploss in der heutigen Tschechischen Republik
Friedhöfe und Denkmäler in Böhmen und Bayern
Ploß in Asch (siehe auch Alte Dokumente)
Der Name Ploß taucht in Böhmen zuerst in der heute tschechischen Grenzstadt Asch auf. Im Jahr 1611 wird
dort ein Hans Ploß geboren, der später den Beruf des Müllers ergreift. Er heiratet im Alter von 24 Jahren die gerade erst 16jährige Kunigunda Ludwig, die ebenfalls aus Asch stammt. Hans stirbt am 15.4.1682. Die
zahlreichen Nachkommen von Hans Ploß lebten in Asch als angesehene Bürger bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Wie ihr Vorfahre Hans Ploß waren sie
zunächst meist Müller und Zimmerleute, danach Bäcker oder Konditor und später auch Kaufleute.
Der Maurer Simon Ploß erbaute zu Beginn des 19. Jahrhunderts das erste Schulhaus in Wernersreuth; genauer gesagt, er erbaute sich ein Haus, in dem er einen Raum als Schulklasse vorsah. Lehrer war er selbst. Die Schule im Hause Ploß wurde bis zum Bau eines “echten” Schulhauses im Jahr 1896 genutzt.
Ein weiteres Mitglied der Familie, der im Jahr 1845 geborene Johann Ploß, war ein großer Wohltäter der evangelischen Gemeinde in Asch. Er stiftete 24.000 Gulden, in der damaligen Zeit ein Vermögen, für die Kirche seiner Heimatstadt. Leider wurde diese Kirche, wie so viele bedeutende Gebäude in Asch während und vor allem nach dem letzten Krieg zerstört und buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht.
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Eine bekannte Persönlichkeit im alten Asch war auch Johann Wolfgang Ploß (1784 bis 1873), dessen Vater Simon Ploß möglicherweise aus dem nahen Längenau zugewandert war und mit seiner Familie auf dem sogenannten „Ploßen – Gehöft“ am Lerchenpöhl bei Nassengrub lebte. Johann Wolfgang war Kreisbote, das heißt er mußte unter anderem die Rekruten in die alte Kreisstadt Ellbogen und später dann nach Eger führen. Er selbst war ein Veteran der Befreiungskriege gegen Napoleon und kam dadurch zweimal auch nach Frankreich. Außerdem hat er vom 16. bis zum 18. Oktober 1813 an der berühmten Völkerschlacht bei Leipzig teilgenommen. Einen seiner Brüder zog es wieder zurück nach Längenau, ein anderer übersiedelte ins nahe Brambach im südlichsten Zipfel von Sachsen.
Ploß-Familien im Ascher Bezirk im Jahr 1740
Ein Inventarium der Grafen Zedtwitz aus dem Jahre 1740 “sämtlicher zu vertheilenden Dorffschaften und derer hierinnen benannten Prestandorum” nennt fast alle damaligen Haus- und Grundbesitzer bzw. Haushaltsvorstände. Den Namen Ploß tragen insgesamt 29 Personen, die Schreibweise “Bloß” kommt nicht vor.
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Ploß-Familien im Ascher Bezirk im Jahr 1786
Fast ein halbes Jahrhundert später macht sich wieder jemand die Mühe, die Untertanen im Ascher Ländchen in einem Verzeichnis zu dokumentieren: “Ein Einwohnerverzeichnis der evangelischen Pfarreien Asch, Roßbach und Neuberg vom Jahre 1786” (erstellt von Dr. Wilhelm Christian Loeber in Asch, bearbeitet von Helmut Klaubert, 1966). Den Namen Ploß oder Plos tragen 37 Hausbesitzer und 13 Herbergler (Mieter), in der Summe also exakt 50 Familien. Die Schreibweisen mit “B” kommen in dieser Aufstellung nicht vor.
Anmerkung: Eine “gefallene Person” ist eine Frau mit unehelichem Kind. “Fickerei” ist eine Ortsbezeichnung.
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Ploß im “Ascher Ländchen” im Jahr 1941
Die Adressbücher des Bezirks Asch von 1941 zeigen, daß in dem Gebiet zwischen Bayern und Sachsen vor der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung zahlreiche Ploß und Bloß lebten (und auch einige Plohs und Blohs).
Dargestellt sind die Orte, in denen im Jahr 1941 Ploß oder Bloß in den lokalen Adressbüchern auftauchten. Insgesamt gab es zu dieser Zeit im Ascher Ländchen 158 Ploß und 26 Bloß, also deutlich mehr als zum Beispiel im benachbarten Selb.
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Ploss in der heutigen Tschechischen Republik
In den Telefonverzeichnissen der Tschechischen Republik finden sich heute nur
noch 15 männliche Ploss (oder Plos, eine gängige tschechische Schreibweise unseres Namens) sowie 17 weibliche Personen mit dem Namen Plossova (oder Plosova, jeweils mit der weiblichen Endung des Familiennamens), in der Summe
also gerade einmal noch 32 Personen.
In Asch lebt heute nur noch eine Person unseres Namens: Eine Dame namens “Plossova”. Sie ist auch im gesamten Ascher Ländchen die einzige noch verbliebene Trägerin eines der einst häufigsten Familiennamen in der Region..
Friedhöfe und Denkmäler in Böhmen und Bayern
Zu den wenigen Zeugen der Vergangenheit zählen einige abgelegene Friedhöfe, die noch halbwegs unversehrt geblieben sind, in den kleineren Dörfern außerhalb von Asch. Hier findet man heute nur noch vereinzelt halbverfallene und zugewachsene Gräber der böhmischen Ploss - und Ploß - Familien. In Nassengrub bei Asch, unweit der Straße nach Eger, hat ein einsames Kriegerdenkmal des Ersten Weltkriegs die Bilderstürmerei des Kommunismus überstanden. Dieser Stein mit der inzwischen etwas verblichenen Schrift berichtet von mehreren Ploß (bzw. Bloß), die in meist sehr jungen Jahren für die österreichischen Kaiser Franz Joseph und Karl sterben mußten („gestritten, gelitten und gestorben“). Wie viele Namensvettern von ihnen, aus den Städten und Dörfern im sogenannten „Ascher Zipfel“ zwischen Bayern und Sachsen, sonst noch für das Haus Habsburg und deren imperialistische Politik ihr Leben lassen mußten, kann derzeit noch nicht mit Bestimmtheit gesagt werden.
Nur wenige Kilometer von Nassengrub entfernt, im bayerischen
Grenzdorf Längenau, finden wir ebenfalls ein Kriegerdenkmal.
Hier treffen wir neben anderen Personen auf Erhard Ploß, der im Gegensatz zu seinen Namensvettern im böhmischen Dorf Nassengrub im Ersten Weltkrieg für den deutschen Kaiser sterben „durfte“, für den Preußen Wilhelm II, einen größenwahnsinnigen und kaltschnäuzigen Monarchen, der jahrelang auf diesen Krieg hingearbeitet hatte.
Ein hervorragender Link zur Geschichte von Asch ist: www.asch-boehmen.de
www.ploss-online.de
